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Pater Tobias schafft 100 km Bieler Marathon 2010

bild6Pater Tobias hielt
Marathon-Eindrücke fest



In Biel angekommen, wurden erst einmal die Startunterlagen abgeholt. Eine kleine Marathonmesse war im Umfeld aufgebaut. War aber nicht der Renner. Frau Helga Euskirchen, eine gute Bekannte von mir, verteilte in den nächsten Tagen Flyer für meinen Spendenaufruf.
Am Freitagabend um 22.00 Uhr ging es dann an den Start. Ein paar Interviews für den Bieler-TV-Sender und die Spannung stieg gewaltig. Dann fiel der Startschuss und es ging langsam los. Zu Beginn habe ich einfach zu viel Gas gegeben. Bei km 21 hatte ich schon fast meine Bestzeit zu Marathonzeiten erreicht. Also deutlich bremsen um die Distanz von 100 km zu schaffen. Der Lauf war schon sehr hart. Nach 26 km bekam ich schon die ersten Schwierigkeiten mit meinem rechten Bein. Ging aber vorüber.
Es war eine sehr laue Nacht, einfach schön zum laufen. Mein Auszubildender Frank Kreppert hat mich bei meinem Lauf mit dem Fahrrad begleitet. Einige Strecken konnte er aber nicht mitfahren, da es in der dunklen Nacht über schmale Feldwege und über Waldwege führte.
Die ersten Kilometer ging es durch die Stadt, wo viele Menschen klein und gross am Straßenrand uns anfeuerten. Eigentlich war das in jedem Dorf so. Kleinere Dörfer hatten in dieser "Nacht der Nächte" kleinere Volksfeste gefeiert. Wunderbar und für uns Läufer ein großer Ansporn weiter zu laufen. Der ganze Lauf war sehr unregelmäßig mit Höhenunterschiede von 300 bis teilweise 900 Metern. Alle 5 km gab es Getränkesstände, darauf hatte ich mich immer konzentriert. Jedes nächste 5-Kilometer-Schild hatte ich im Visier. Meine Beleitung hatte dann die persönliche Verpflegung (kleine Snacks etc.) dabei. Aber manchmal ging mir Frank aber auch auf den Zwirn. Wenn er immer hinter mir herfuhr, als ob er mich treiben wollte. Ein kleiner ernster Blick und er fuhr 500 Meter dann vor mir her. Ich brauchte beim Laufen meine Ruhe. Irgendwann hat er mich wohl übersehen und hat mich fast zwei Stunden gesucht. Zwei Stunden ohne meine persönliche Verpflegung macht mich ziemlich nervös, außerdem wusste ich nicht wo meine Begleitung geblieben war. Dann beim Getränkestand bei km 55 trafen wir uns wieder. Ich weiß nicht, wer auf wen aufpassen musste" Der Sonnenaufgang war einfach toll, die Landschaft unglaublich schön. Das sind Erfahrungen, die die Schmerzen in den Beinen vergessen ließen. Ein Fotograf von sport-heute.ch hat mich auf den Weg mit seiner Frau begleitet und wunderschöne Fotos gemacht. Sind aber erst ab Dienstag mit Laufbericht auf dieser Internetseite zu sehen, bzw. zu lesen.
Die letzten 5 km waren für mich eine Qual, Schmerzen über Schmerzen im rechten Knöchel. Dann ins Ziel angekommen, musste ich erst einmal richtig heulen und brauchte ein paar Minuten für mich alleine. Ich habe es wirklich geschafft 100 Kilometer an einem Stück ohne Pause zu laufen. Und das mit einer Zeit von 12:26 Stunden. Als ich die Urkunde und Medaille bekam sah ich, dass ich den 506. Platz bei 1000 Männern belegt hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Für mich war das Ziel anzukommen. Nach einer kurzen Erholungsphase wurde ich dann ins Hotel gebracht. Bis auf eine kleine Schwellung im rechten Knöchel geht es mir gut.
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